Nach einem Monat verlasse ich Vietnam wieder. Ob Berge soweit das Auge reicht, das pulsierende Leben in den Städten, ein Land voller Geschichte und langen weisse Sandstränden, Vietnam hat so einiges zu bieten.
Als ich in Hanoi ankam war ich erst einmal komplett überwältigt von all diesen Eindrücken. So viele Roller, Strassenverkäufer und Touristen.
Es hat eine Weile gedauert um zu verstehen wie es hier auf den Strassen funktioniert. Die Regel wenn man die Strasse überqueren möchte: einfach immer langsam im gleichen Tempo laufen, auf keinen Fall anhalten oder ausweichen. Die Roller und Autos werden ihre Geschwindigkeit dementsprechend anpassen. Sehr ungewohnt und auch etwas beängstigend, aber es funktioniert tatsächlich.
Ebenfalls bekannt ist Vietnam für seine vielen Cafes. Die Kaffeevarianten unterscheiden sich vom Norden zum Süden. Im Norden trinkt man Egg Cafe und Phin Cafe im Süden eher die süsseren Varianten wie Coconut Cafe, Bac xiu oder Peanut Butter Cafe.
Im Allgemeinen wirkt Vietnam als wären der Norden und Süden wie zwei verschiedene Länder. Das liegt vorallem daran, dass das Land während dem Krieg in zwei Teile geteilt wurde. Der Norden wurde während dem Krieg von China unterstützt, während der Süden mit Australien zusammen arbeitete. Diesen Einfluss merkt man auf jeden Fall. Noch einmal anders ist die Bevölkerung ganz im Norden in der Nähe von der chinesischen Grenze. Dort leben die so genannten Hmong. Diese Menschen sprechen ihre eigene Sprache (nicht Vietnamesisch) und leben meistens als Selbstversorger.
Hanoi gefiel mir besonders gut, mit den ganzen verwinkelten Gassen der Altstadt, wo sich ein Cafe an das andere reiht. Was ich ausserdem interessant finde ist, dass hier jede Strasse seine eigene Funktion hat. Es gibt z.B. die Silk Strasse oder die Silber Strasse etc. Das bedeutet der Strassen Name verrät was man dort in den Läden kaufen kann. Finde ich echt eine coole Sache.
Gleich am Anfang meiner Reise machte ich einen Tagesausflug von Hanoi zu Halong Bay. Halong Bay ist eine beeindruckende Kulisse. Fesen die mitten aus dem Meer ragen mit einigen wunderschönen Tropfsteinhölen und ein paar Affen die dort leben.
Von Hanoi ging es dann weiter nach Ninh Binh. Dort machten wir einen Ausflug mit dem Boot um weitere Höhlen zu besichtigen. Bevor es dann weiter nach Phong Nha ging wo wir eine Duck-Farm besuchten. Am nächsten Tag, wer hätte es gedacht, besuchten wir eine weitere Höhle.
Der nächste Stopp war Hue. Auf dem Weg dahin hielten wir bei den Vinh Moc Tunnels. Das sind Tunnel die die Vietnamesen während dem Vietnam Krieg benutzten um dort zu leben und sich vor Feinden zu verstecken. Es gibt verschiedene Abteilungen in den Tunnel. Die wo die allgemiene Bevölkerung lebte, der Krankenflügel, der Teil wo Lebensmittel und Waffen gelagert wurde und der Teil in dem die Soldaten lebten. Die Tunnel sind sehr eng, dadurch wollten sie verhindern dass ihre Feinde die Tunnels betreten können (Vietnamesen sind viel kleiner als die Amerikaner). Es war sehr beeindrucken und traurig zu sehen unter welchen Umständen, die Menschen damals leben mussten.
In Hue machten wir einen Ausflug mit dem Roller. Wir fuhren durch die Reisfelder, besuchten einen lokalen Markt, einen Tempel, sahen wie Instant Sticks und die traditionellen Hüte hergestellt werden. Danach fuhren wir auf einen Hügel von wo aus man das Gebiet sehen konnte wo die Menschen damals mit dem „Agent Orange“ angegriffen wurden.
Der nächste Stopp war dann Hoi an. Die Stadt mit den vielen Laternen und Schneiderein. Hier habe ich mir gleich zwei Kleider schneidern lassen. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. Ebenfalls habe ich hier gelernt wie man Reisnudeln und Laternen selber herstellt. Dass hat sehr viel Spass gemacht. Für die Nudel haben wir Oodles of Noodles besucht. Dass ist eine Organisation die Jugendliche von der Strasse holt und ihnen eine Kochausbildung ermöglicht.
Um die Umgebung um Hoi an zu erkundigen sind wir mit den Fahrrädern zu verschiedenen Dörfern gefahren wo die Menschen von Landwirtschaft, Reisweinproduktion und der Herstellung der traditionellen Matratzen leben.
Weiter ging es nach Quy Nnhon und Nha Trang. Dass sind zwei Küstenstädte, wo wir einige entspannten Tage am Strand verbrachten. Danach fuhren wir nach Mui Neh. Mui Neh ist bekannt für seine Strände, das Kite Surfen und seine weissen & roten Sanddünen. Einen Ausflug dahin konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Mit dem Jeep ging es zu den Sanddünen wo wir dann Sandboarden und mit dem Quad über die Dünen rasen konnten. Das war wirklich ein schöner Ausflug und eine willkommene Abwechslung zu den Strandtagen.
Der letzte Stopp im Süden war dann Saigon (auch Ho Chi Minh City genannt). Mir persönlich hat Ho Chi Minh nicht so gut gefallen. Es war mir zu gross und zu chaotisch. Was mir allerdings sehr gut gefallen hat war, dass wir zu Vu nach Hause durften und sie uns ein traditionelles vietnamesisches Abendessen gekocht hat.
Am nächsten Tag flog ich dann zurück nach Hanoi. Von wo aus es für mich auf eine 4 tägige Töff-Tour auf dem Ha Giang Loop ging. Eine der schönsten Landschaften die ich bisher gesehen habe. Nur Berge, Wasserfälle, kleine Seen und kleine Dörfer wo die Hmong als Selbstversorger leben. Es war sehr schön und entschleunigend nach den Grossstädten wie Saigon und Hanoi ein paar Tage in der Natur zu verbringen und diese wunderschöne Natur einzusaugen.
Wir fuhren hoch bis zu der Südchinesischen Grenze die von einem langen Zaun gekennzeichnet wurde und wo mit Lautsprechern chinesische Propaganda verbreitet wurde. Sehr interessant zu sehen, aber ich bevorzugte es dann wieder in südliche Richtung weiter und weg von der Grenze zu fahren. Zurück in Ha Giang brachte mich dann der Nachtbus zurück nach Hanoi, wo ich jetzt meinen letzten Tag in Vietnam in einem Cafe verbracht habe. Es ist irgendwie seltsam zu wissen, dass ich morgen Vietnam nach 1 Monat wieder verlasse. Aber ich freue mich auch darauf nach Bali zurück zu kehren auch wenn ich die Zeit hier in Vietnam auf jeden Fall vermissen werde.