Bali 2.0


Zurück in Bali habe ich noch weitere Teile von der Insel erkundigt. Gestartet bin ich in Ubud, was mir sehr gut gefallen hat. Überall wo man hin sieht kleine Läden, Reisfelder und Affen. Dazu kommt dass hier auch eine sehr entspannte Stimmung herrscht.

Ich habe mir die Tempel Pura Penataran Agung Lemuyang und Tanah Lot Temel angesehen. Der Pura Penataran Agung Lemuyang war zwar sehr schön, aber mir persönlich viel zu touristisch. Man hat bereits beim Kauf vom Eintrittsticket eine Nummer bekommen um dann „Das Instagram Foto“ zu machen. Die Leute posieren in einem Torbogen und die Einheimischen machen ein Foto davon mit einem Spiegel unter der Linse um die Reflektion einzufangen. Dafür warten Touristen teilweise bis zu 3h. Dass war es mir Persönlich nicht wert. Habe daher einfach ein paar Fotos vom restlichen Tempel gemacht und als ich ging konnte ich ein Foto in einem anderen Torbogen machen, ohne dass ich auch nur 1min warten musste.

Der Tanah Lot Temel gefällt mir sehr gut. Es ist ein Wassertempel in dem Hindus ihr Reinigungsritual durchführen. Touristen dürfen ebenfalls daran teilnehmen wenn sie möchten.

Dafür zieht man sich einen speziellen Sarong an. Wenn man das ganze Ritual macht kann es mehrere Stunden dauern, wobei man von einem Wasserstrahl zum nächsten geht. Bei der gekürzten Version geht man nur zu 3 Wasserstrahlen. Bevor man das Ritual beginnt muss man sich vor dem Tempel hinsetzen, mit einer Blumenopfergabe und einem Räucherstäbchen und zu den Göttern beten um um Ihre Erlaubnis und Gnade zu bitten den heiligen Ort betreten zu dürfen. Danach darf man den Bereich mit den Bädern mit dem Holiwasser betreten. Beim ersten Wasserstrahl bittet man um Vergebung für alle bösen/schlechten Gedanken die man hatte. Dann Wäscht man sich 3 mal das Gesicht unter dem Strahl, danach 3 mal den Mund, dann nimmt man einen Schluck vom heiligen Wasser bevor man sich dann komplett unter den Strahl stellt. So dass das Wasser einem über den Kopf und den Rücken läuft. Beim zweiten geht es darum um Vergebung für alle schlechten Worte und Taten die man begangen hat zu bitten. Danach wiederholt man die 4 Schritte mit dem Wasser. Beim letzten Strahl geht es um Glück. Dabei bittet man die Götter darum dass der persönliche Herzenswunsch in Erfüllung geht. Dieser kann Materiell sein muss aber nicht. Wenn man dies gemacht hat wiederholt man zum letzten mal die 4 Schritte mit dem Wasser. Im letzten Becken schwimmen am Boden kleine Fische rum die die Hornhaut von den Füssen essen. Auch dies gehört zum Ritual dazu.

Abgesehen von den Tempeln habe ich noch die Tegallang Rice Terrace besucht. Die finde ich zwar sehr schön, aber leider auch wieder sehr touristisch. Da gibt es auch wieder mehrere Orte wo man das vermeidlich perfekte Instagram Bild auf einer Schaukel mit den Feldern im Hintergrund machen kann. Daher muss ich ehrlich sagen, dass mir die normalen Reisfelder viel besser gefallen, da diese einfach authentischer aussehen und die Touristen ihren absolut keine Aufmerksamkeit schenken.

Für einen Tagesauflug nach Lovina wurde ich um 3Uhr morgens abgeholt. Um dann bei Sonnenaufgang mit dem Boat rauszufahren. Dabei hat man die Chance den Sonnenaufgang und Delfine vom Wasser aus zu sehen. Ich persönlich rate allerdings jedem ein lokales Fischerboat zu nehmen. Denn wenn man das ganze mit grösseren Organisationen macht ist man normalerweise mit bis zu 20 anderen Boaten draussen und sobald ein Delfin auftaucht jagen alle Boate dem Delfinschwarm nach, damit die Passagiere Fotos machen können. Ich muss sagen dass ich so was nicht unterstützenswert finde, da es meiner Meinung nach nur unnötigen Stress auf die Delfine auswirkt. Von Hawaii weiss ich das man auch gut ohne Hetzjagt Delfine in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann. Der Sonnenaufgang hingegen war absolut magisch und machte den Tag unvergesslich. Nach dem Sonnenaufgang ging es zum Gitgit Wasserfall. Der war sehr schön. Es waren nur ein paar wenige Einheimische da, die Opfergaben zu einer Statue gebracht haben. Ansonsten weit und breit keine Menschenseele. Danach habe ich noch den Pura Ulun Danu Bratan Tempel besichtigt. Der war für mich persönlich weniger authentisch als die anderen Tempel die ich besucht habe. Mann musste keinen Sarong tragen und es gab ganz viele beschilderte Fotospots. Zum Abschluss machte ich noch einen Abstecher zu einer kleinen Kaffee-/Teeplantage die von einer Familie betrieben wurde. Eine sehr freundliche Dame führe mich auf ihrer kleinen Plantage herum und erklärte mir einiges über die Pflanzen die sie dort anpflanzen. Danach durfte ich Ihren Tee und Kaffee kosten. Hat mir alles sehr gut geschmeckt. Der Name der Plantage war Pure Luwak Coffee Bali.  Auf dem Weg zurück ins Hostel standen wir Ewigkeiten im Stau, da viele Menschen die Strassen versperrten. Sie schleppten all die riesigen Statuen herum, um sie für heute Abend an den richtigen Ort zu bringen. Ihr fragt euch was heute Abend ist. Heute Abend findet in jedem Ort eine grosse Parade statt. Den Morgen ist der Nyepi Day auch bekannt als der Silence Day oder das Balinesische Neujahr.  Am Nyepi darf kein Bewohner oder Tourist das Haus verlassen. Einzige Ausnahme sind medizinische Notfälle. Selbst der Flughafen wird lahm gelegt. Da ich aber das ganze nicht so gut/genau erklären kann möchte ich hier Wikipedia zitieren um nichts zu vergessen oder zu verfälschen: „Nyepi ist der balinesische „Tag der Stille“, des Fastens und der Meditation. Er ist der höchste hinduistische Feiertag in Bali und ein allgemeiner Feiertag in ganz Indonesien. Nyepi bezeichnet den ersten Tag eines neuen Jahres nach dem traditionellen Balinesischen Mondphasen-Kalender Saka. Am Tag vor Nyepi wird eine eigentliche Exorzismus-Zeremonie durchgeführt. An der Hauptstraße der jeweiligen Dörfer (dem gedachten Treffpunkt der Dämonen) werden karnevalsähnliche Umzüge veranstaltet. Dabei werden Ogoh-Ogoh genannte Puppen mitgeführt, welche alle bösen Geister symbolisieren. Am Abend kulminieren die Feierlichkeiten im Ngerupuk, wo die Ogoh-Ogoh’s unter Veranstaltung von großem Lärm verbrannt werden. Sinn der Zeremonie ist die Verbannung aller bösen Geister aus den Dörfern und dem Leben der gläubigen Balinesen, um so wieder ein Gleichgewicht zwischen den Göttern, den Menschen und der Natur herzustellen.

Nyepi beginnt am nächsten Tag um 6 Uhr morgens und dauert bis 6 Uhr morgens des folgenden Tages. In diesen 24 Stunden müssen folgende Regeln streng beachtet werden:

– Amati lelanguan (keine Festivitäten): absolute Stille, Fasten, keine Vergnügungen jeglicher Art;

-Amati lelungan (Reiseverbot): Die Häuser dürfen nicht verlassen werden;

-Amati karya (Arbeitsverbot): Es darf nicht gearbeitet werden;

-Amati geni (Feuerverbot): kein Feuer, kein Licht.

-Der gläubige Balinese verbringt den Tag in Meditation (Tapa/Yoga brata).

Diese Regeln werden in Bali sehr strikt eingehalten. An Nyepi sendet keine Radio- oder Fernsehstation. Der Flughafen ist für sämtlichen Flugverkehr unterbrochen, es fährt kein einziges Fahrzeug auf den Straßen (Rettungsfahrzeuge ausgenommen). Es werden keine Fußgänger auf den Straßen oder an den Stränden geduldet. Eine große Stille liegt über der gesamten Insel, am Abend und in der Nacht ist es fast völlig dunkel. Auf den Straßen patrouillieren sogenannte Pecalang, in schwarz-weiß karierten Sarongs gekleidete Religionspolizisten, welche die Einhaltung der Regeln kontrollieren. Die Einhaltung der Regeln (zumindest des Ausgehverbots) wird auch von den Touristen erwartet. Tieferer Sinn von Nyepi ist ein Neuanfang in möglichst großer Reinheit. Die geübte Selbstkontrolle soll zur spirituellen Reinheit führen. Eine andere Interpretation von Nyepi besagt, dass durch die Stille und Dunkelheit den vorbeiziehenden Dämonen und bösen Geistern vorgegaukelt werden soll, die Insel sei verlassen, so dass sie weiterziehen und die Menschen vor ihrem schlechten Einfluss bewahrt werden.“

So nach diesem Abstecher in die Kultur von Bali und einem Tag „Zwangspause“ für mich (was mir übrigens sehr gut getan hat) möchte ich von meiner weiteren Reise erzählen. An meinem letzten Tag in Ubud wurde ich um 2Uhr morgens im Hostel abgeholt und zum Mount Batur gebracht. Dass ist ein Vulkan im Norden von Bali. Um 4Uhr kamen wir dann am Fusse des Vulkans an und machten uns mit Stirnlampen bewaffnet an den 2 stündigen Aufstieg. Der Anfang war sehr gemütlich, mit der Zeit wurde der feste Boden aber rutschig. Die Oberfläche war nur noch mit kleinen Vulkansteinen übersäht und erinnerte mich ein wenig an Sanddünen. Nur dass man hier weniger einsinkt. Dass hiess man macht einen Schritt hoch und rutscht eine halben wieder hinunter. Das ganze hat sich aber auf jeden fall gelohnt. Oben angekommen konnten wir den wunderschönen, klaren Sternenhimmel bewundern und ich bereute dass ich kein Stativ mitgenommen habe um die Sterne einzufangen. Wir sassen also oben auf dem Mount Batur sahen in den Sternenhimmel bis die ersten Sonnenstrahlen die Dunkelheit durchbrachen. Sie tauchte den ganzen Himmel in ein warmes Orange gemischt mir einen Hauch Rosa. Einfach ein wunderschöner Anblick.

Als die Sonne oben war gab es Frühstück für uns. Einige Riegel, hartgekochte Eier und warme Bananen-Toast-Sandwiches. Mann musste allerdings vorsichtig sein, denn die Affen liessen natürlich nicht lange auf sich warten. Sie lungerten nur so in der Nähre rum, um in einem unbeobachteten Moment, etwas vom Frühstück zu stibitzen.

Nach der Stärkung machten wir und auf Abstieg. Um 10Uhr war ich dann zurück im Hostel. Ich legte mich dann nach der Dusche erst noch einmal schlafen. Bis ich dann um 12 Uhr auschecken musste.

Danach ging es für mich mit dem Taxi zurück nach Uluwatu in das Surfcamp. Angekommen wurde ich herzlich von dem Manager in Empfang genommen und fuhr mit meinem neuen Mitbewohner zum Thomas Beach um die restlichen Campbewohner für den Sonnenuntergang und das Abendessen am Lagerfeuer zu treffen. Was für ein herrlicher Tag. Sonnenaufgang auf dem Vulkan und den Sonnenuntergang am anderen Ende der Insel an einem „einsamen“ Strand mit Lagerfeuer und morgen geht es dann endlich wieder raus mit dem Board. Was das ganze noch besser machte war das Wiedersehen mit all den Lokals vom Surfcamp.

Abgesehen vom Surfen machte ich in dieser Woche die ich nun wieder im Surfcamp verbrachte noch zwei Ausflüge zu denen mich drei Amerikanerinnen einluden. An einem Abend fuhren wir nach dem surfen zu dem Uluwatu Tempel um einen traditionellen Hindu Feuertanz zu sehen, welcher eine Geschichte aus der Hinduistischen Religion erzählte. Das war ein wundervolles Erlebnis und ich bin unendlich dankbar für die Einladung.  Vor dem Besuch des Tempels und der Show machten wir noch einen Abstecher zu einer Cafe Plantage (Lumbung Sari Pecatu). Dort wurde uns noch die Herstellung von Luwak Kaffee erklärt bevor wir wieder an einer Tee und Kaffee Verkostung teilnehmen durften.

An unserem letzten gemeinsamen Abend gingen wir noch gemeinsam in Cuca Restaurant essen. Dies ist ein sehr nobles Restaurant welches sogar mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde. Wir hatten einen sehr lustigen Abend mit leckerem essen. Ich werde die drei auf jeden Fall vermissen.

Meine letzten Tage im Camp verbrachte ich wie die letzten mit surfen. Am Ende der Woche tat mir alles weh. Mein Körper ist sich wohl nicht gewohnt 6 Tage am Stück um die 4Stunden täglich zu surfen…

An meinem letzten Abend spielte einer der Mitarbeiter einige Lieder auf seiner Gitarre. Dies war ein perfekter Abschluss für eine perfekte Zeit auf Bali. Und ein weiteres Mal muss ich mich von Leuten und einem Ort den ich liebe verabschieden, da konnte ich mir auch ein paar Tränen nicht verdrücken.

Nun wo ich am Flughafen sitze weiss ich, ich werde bestimmt nochmal wieder kommen, um den Rest von Indonesien zu entdecken.


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